Deutschland und Frankreich verfügen bis zum heutigen Tage über die größten Vorkommen an Farbverglasungen. Sie gehören zu den bedeutendsten Zeitzeugen der mittelalterlichen Glasmalerei. Die kunstvoll bemalten Glasfenster sind zum größten Teil unversehrt erhalten und können von Frankreich bis Deutschland in zahlreichen Kathedralen, Kapellen, Dombauten, aber auch kleinen Gemeindekirchen bewundert werden.
Die Herstellungstechnik der Glasmalerei ist mit keiner anderen Malerei zu vergleichen. Sie ist die einzige, die dass natürliche Licht zur kunstvollen Gestaltung voll ausschöpft und mit anderen Elementen, wie zum Beispiel Bleiruten verbindet. Die mittelalterliche Glasmalerei begann bereits im 13. Jahrhundert, besonders ausgeprägt war sie im 16. Jahrhundert, zog sich jedoch auch durch das 18.- und 19. Jahrhundert. Mittelalterliche Glasmaler mussten sich der damaligen architektonischen Entwicklung und damit verbundener Veränderungen der Farbverglasungen stets anpassen.
Einige Länder wie Tschechien, die Slowakei, Skandinavien und Portugal haben ihre geringen Glasmalbestände schon vollständig erfasst, während Deutschland und Portugal in zahlreichen Projekten noch damit beschäftigt sind. Ständige Forschungsprojekte sorgen auch hierzulande für die ganzheitliche Erfassung mittelalterlicher Glasmalereien, um diese Kunstgattung zu erhalten.
Die Glasmalerei genießt auch heute noch einen herausragenden Stellenwert, der keiner anderen Malart gleicht. Das Herstellungsverfahren der Glasmalerei unterscheidet man in zwei verschiedene Kategorien. Zum Einen wird das Motiv mit Hilfe von Schwarzlot auf das farbige Glas aufgetragen und zum Anderen werden einfarbige Gläser kunstvoll mit so genannten Schmelzfarben bemalt. Diese entwickeln beim Brennvorgang ihre eigentliche Farbe und erzielen dadurch stimmungsvolle Ergebnisse. Schwarzlot besteht übrigens aus Kupfer und zermahlenem Glas. Zusätzliche Effekte können durch verschiedene
Bearbeitungsvorgänge unbemalter Echt- Antikgläser erzielt werden, indem man sie vorab graviert, ätzt oder mit Sandstrahlen behandelt. So kann der Glasmaler durch das Ätzten von Überfanggläsern beispielsweise verschiedene Licht- und Schattenreflexe hervorheben.
Glas- Malfarben werden bei einer Temperatur von 550- bis 640 Grad Celsius in einem speziellen Ofen eingebrannt. Dabei entfalten sie ihre vollständige Farbe und Wirkung.
Die Glasmalerei auf Kirchenfenstern wird idealerweise mit einem Schutzglas versehen, damit Umwelt- und Witterungseinflüsse die Kunstwerke nicht beschädigen.
Zum Aufreiben der Glasmalfarben benötigt der Glasmaler eine Glaspalette, einen Spachtel und einen Glasläufer. Das Farbpulver wird mit etwas Wasser und Gummi arabicum zu einer gleichmäßigen Masse verarbeitet. Zum Malen werden ein Überzugspinsel, ein Radierpinsel sowie ein Vertreiber und ein Halbschlepper verwendet.

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