Ein wichtiger Teil der Fertigung, wenn nicht gar der Wichtigste, ist beim Glas das langsame und gezielte Abkühlen auf Zimmertemperatur. Dieser Arbeitsschritt wird als "kühlen" oder "tempern" bezeichnet, oft wird auch der Begriff "entspannen" verwendet.
Ein Schulhof während der Pause von oben betrachtet ist eine Ansammlung von wild und ungeordnet sich in alle Richtungen bewegender Kinder. Wenn die Pause zu Ende ist, stellen sich die Kinder geordnet, vielleicht in 2er Reihen auf, bevor sie das Schulgebäude wieder betreten. Durch den gezielten, langsamen Kühlprozess wird eine geordnete Molekularstruktur innerhalb des Glases erreicht. Es ist "entspannt", widerstandsfähiger gegenüber Temperaturschwankungen und äußeren Einflüssen. Zum Entspannen werden computergesteuerte Öfen verwendet, in denen das Glas in einer bestimmten Zeit langsam auskühlt. Die Temperatur, bei denen sich die Moleküle ordnen ist abhängig von der Zusammenstzung des Glases, jede Glassorte hat also eine bestimmte Kühltemperatur, bei der sie eine bestimmte Zeit gehalten werden muss. Die Zeit, die das Glas auf dieser Temperatur zubringt ist wiederum abhängig von der Dicke, bzw. Masse des Glases. Dickwandige Vasen und Gefäße müssen länger gekühlt werden als z.B. Becher mit dünnerer Wandung. Großvolumige Glaskörper wie Teleskoplinsen müssen gar Wochen und Monate auskühlen.

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